Poser 9 – Figuren animieren in Echtzeit
Die beliebte Figurensoftware Poser wird in diesem Jahr ein neues Update erfahren und verspricht bessere Figuren, einen besseren Workflow und schnellere Rechenzeiten. Wir haben uns beide Versionen vorab angesehen.
Animationskontrolle in Echtzeit
Wenn man Poser9 installiert hat fällt als erstes das superschnelle OpenGL Vorschaufenster auf. Nicht nur bei der Bedienung der Bildelemente, sondern auch beim Abspielen von Animationen erfolgt die Bewegung der Figuren in Echtzeit, und zwar mit Beleuchtung, die von der Grafikkarte simuliert wird. Bei Poser8 fand die Berechnung zwar auch bereits über die OpenGL-Karte statt, allerdings ohne Softshadows und AmbientOcclusion.
Hatte man bei bisherigen Versionen immer das Problem, dass man das Tempo einer Figurenbewegung nur schlecht abschätzen konnte, so erhält man, dank OpenGL, nun eine flüssige Animation und kann eingreifen, falls Keypoints zu langsam oder zu schnell aufeinander folgen.
Die neue Bibliothek
Eine weitere, sinnvolle Verbesserung ist in der Bibliothek zu finden. Man kann diese nun aus dem festen Fensterschema lösen und wie ein Windowsfenster nutzen. Dabei ist es nun möglich, mehrere Elemente (z.B. Kleidung und Haare) gleichzeitig auszuwählen und auf die zu bestückende Figur ziehen. Alle Elemente werden dann automatisch der Figur zugeordnet. Ebenfalls sehr schön ist die Möglichkeit die Library mit Vorschaubildern anzeigen zu lassen. So kann man auch bereits anhand kleiner Bildchen bei Ordnern leichter erkennen, was sich darin befindet.
Eigenartigerweise braucht Poser jedoch die 32bit-Libraries, sollte man die Bibliothek wie gehabt in das Fensterschema einpassen wollen. Wer also eine 64-bit Version installiert und diese Dockfunktion benötigen, sollte bei der Installation die 32-bit-Libraries mit installieren lassen. Ansonsten wir Poser die Bibliothek immer als Einzelfenster anzeigen. Um trotzdem schnell darauf zugreifen zu können gibt es ein Extra-Icon auf der Programmoberfläche um das Fenster schnell anzeigen zu können. Ansonsten wird die Bibliothek auch in der Windows-Schnellstartleiste angezeigt.
Subsurface-Scattering
Auch bei den Materialien hat sich etwas getan. Poser9 beherrscht nun auch das "SubSurfaces-Scattering". Wenn Lichtstrahlen durch die Hautoberfläche dringen, dort gestreut werden und die Haut illuminieren ist der Realismus bei der Darstellung noch einmal gesteigert. Man kann nun also Materialien einen solchen "SSS-Kanal" zuweisen und einige Parameter wie Streufarbe und Intensität festlegen um noch realistischere Haut zu simulieren. In den Rendereinstellungen lassen sich die Berechnungen dieser Effekte ein- und ausschalten. Aber nicht nur Haut, sondern auch durchscheinende Materialien wie Milch oder Plastik lassen sich durch verschiedene "Scatter-Nodes" optisch aufwerten. Bereits die standardmäßig geladene Roboter-Figur "Andy" nutzt diese Technologie.
Der Firefly-Renderer arbeitet nun schneller mit durchsichtigen Objekten, indirekter Beleuchtung und Ambient Occlusion. Zusätzlich zu den normalen Lichtern verfügt Poser9 über die Möglichkeit Objekte als Leuchtobjekte zu definieren. Diese können dann auch selbst unsichtbar sein, auch wenn sie Licht abstrahlen.
Weightmap Rigging
Neu hinzugekommen ist auch das sogenannte "Weightmap Rigging". Mithilfe von Bitmaps kann dabei die Gewichtung definiert werden, welche Teile eines Körpers sich biegen, beziehungsweise wie stark Objekte verbogen werden können. Dabei erweitert Poser9 das reine bitmapbasierte Rigging mit Hilfsobjekten wie "Kapseln" und "Poser-Kugeln" um so eine optimale Kontrolle zu ermöglichen.
Gruppierungen auf der Benutzeroberfläche
Objekte können nun auch gruppiert werden, sodass man bestimmte Gruppen mit nur einem Mausklick ein- und ausschalten kann. Ebenso lassen sich so bestimmte Objektgruppen gemeinsam rotieren, skalieren oder verschieben.
Auch die Struktur zum Auswählen einzelner Körperteile wurde überarbeitet. Hat man bisher sämtliche Aspekte einer Figur in einer endlos, langen Liste vorgefunden, so gibt es jetzt Körperteilgruppen. Beispiel: Statt Augen, Zunge , Kiefer einzeln in der Liste vorzufinden gibt es nun einen Punkt "Head-Parts", in dem die einzelnen Teile als zweite Ebene angezeigt werden.
Auch in anderen Teilen wurde die Benutzeroberfläche optimiert. So gibt es nun neue Kontextmenüs, mit denen man Figuren, Lichter etc. direkt manipulieren kann.
Im Bibliotheksfenster wurde ein "Scene"-Reiter ergänzt. Damit lassen sich sehr einfach fertige pz3-Dateien hinzuladen, deren Inhalte man anhand eines Vorschaubildes im Vorwege erkennen kann.
Constraints - Die Anfasser für Poserfiguren
Für Animateure ist der neue "Constraint-Kanal" sehr interessant. Bisher war es nur mit umfangreichenn Tricks möglich eine Figur mit einem Objekt zu verbinden. So war es problematisch für eine Figur ein Objekt aufzuheben und damit wegzugehen. Mit dem Constraint-Kanal wird einem Objekt ein "Verbundobjekt" zugewiesen, das dann per Keyframes gesteuert wird. Das Video von SmithMicro demonstriert sehr eindrucksvoll, wie einfach es jetzt ist, wenn sich Objekte mit den Akteuren verbinden lassen sollen.
Weitere Verbesserungen:
Erfreulich ist auch die schnellere Berechnung von dynamischen Haar. Außerdem gibt es jetzt Icons um die Kamera auf ein selektiertes Objekt zu fixieren. Bewegt man nun die Kamera, dann ist eine Rotation auf dieses Fixobjekt ausgerichtet. Früher musste man sich anstrengen ein angepeiltes Objekt im Fokus zu halten wenn man es umrunden wollte.
Fazit
Die neuen Features sind teilweise recht beeindruckend. Im täglichen Gebrauch erwies sich die neue Bibliothek als sehr hilfreich, da man mit den Vorschaubildern wesentlich leichter zu den gespeicherten Inhalten kommt. Das neue OpenGL-Display ist eine sehr erfreuliche Neuerung, da man besonders beim animieren von Gesten und Mimik ein Echtzeitfeedback erhält und nicht erst beim Proberendering eventuelle Animationsfehler erkennt.
Wer möchte, kann nun auch die einzelnen Teilpaletten aus der Benutzeroberfläche lösen und woanders wieder einpassen. Das neue Subsurfacescattering ermöglicht realistischere Hauttöne, wenngleich man bei jedem Einzelbild einen zusätzlichen Berechnungsdurchgang in Kauf nehmen muss.
PoserPro 2012 - Poser für Profis
Profis greifen zu PoserPro2012, das mit noch weiteren Funktionen aufwartet: Mithilfe des PoserFusion Plugins lassen sich Poserfiguren direkt in anderen 3D-Anwendungen wie Maya, Lightwave, Cinema4D und 3DStudio einsetzen.
Alternativ kann man in PoserPro Figuren auch in das Austauschformat COLLADA exportieren. Die Berechnung erfolgt in vollen 64-bit und kann dank des Queue-Managers auch im Netzwerk auf verschiedene Rechnerinstanzen verteilt werden. Renderergebnisse können im PSD-Layerformat ausgegeben werden.
Beim Rigging steht PoserPro-Anwendern die komplette Toolsammlung zum malen von Weightmaps zur Verfügung. Wer ein drucksensitives WACON-Tablet besitzt kann dieses einsetzen um verschiedene Schattierungen zu erzeugen.
PoserDebut - Poser für Einsteiger
Übrigens gibt es erstmals auch eine abgespeckte Version namens PoserDebut zu kaufen. Für knapp 50 Dollar erhält der Einsteiger ein Programm, mit dem er Figuren aus seiner Bibliothek arrangieren kann und damit Bilder und Animationen berechnen kann. Dazu stehen ihm 80 fertig geriggte und posierbare Figuren zur Verfügung. Eine Hilfe auf dem Bildschirm erklärt, wie es geht. Wem die Funktionen nicht ausreichen kann auf die höheren Versionen upgraden.
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[li]PoserDebut $49,95[/li]
[li]Poser9 $249,00[/li]
[li]PoserPro2012 - $499[/li]
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Videolernkurse
Wir planen für Oktober neue Videolernkurse.
Darunter für Poser9 und PoserPro 2012.
(Vue 9.5 kommt auch nicht zu kurz)
Stay tuned.....
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