Particleillusion – Der Herr der Pixels
Explosionen, taktische Displays, Motiongraphics. Dies sind nur drei Anwendungen, die man auf einfache Weise mit "Particleillusion" aus dem Hause Wondertouch realisieren kann. Immer dann, wenn es im Film krachen soll, oder man glitzernden Elfenstaub simulieren will lässt sich dies mit dem Programm bewerkstelligen ohne dass man gleich zeitaufwändige Berechnungen mit 3D-Programmen durchführen muss.
Das Konzept von "Particleillusion" beruht auf dem Einsatz von zweidimensionalen, grafischen Elementen, die mithilfe der OpenGL-Grafikkarte auf einen Hintergrund aufgerechnet werden können. Entweder man rendert die so entstehenden Animationen auf einen neutralen Hintergrund und fügt diese später per Aftereffects o.Ä. in ein Video ein, oder man legt gleich zu Beginn ein Bild oder eine Hintergrundanimation fest, die für die Berechnung herangezogen wird.
Der Bildschirm von "Particleillusion" besteht aus mehreren Teilbereichen: Den grössten Raum nimmt dabei normalerweise die Hauptbühne in der Mitte ein. Hier legt man die Emitter ab, die später die Partikel abstrahlen sollen. Ebenfalls in der Hauptbühne können Blocker und Masken platziert werden um den Partikelstrom umzulenken oder auszublenden. Rechts von der Hauptbühne befindet sich normalerweise die Bibliothek mit verschiedenen Emittern, die man in einem kleinen Vorschaufenster im oberen Bereich austesten kann. Die Bibliothek der Emitter wird ständig erweitert. Wondertouch veröffentlicht jeden Monat auf der Website eine neue Ergänzungsbibliothek, die das Programm auf Wunsch herunterlädt und selbstständig in das richtige Verzeichnis sortiert. So stehen Monat für Monat neue Effekte zur Verfügung, die man auf der Bühne platzieren kann und natürlich auch als Anregung für eigene Emitterkreationen dienen sollen.
Inzwischen hat Wondertouch auch eine Kollektion von professionellen Emittern im Shop, die neue, wesentliche aufwändigere Effekte zulassen. Auch diese Bibliotheken werden im Update-Check angezeigt sodass man immer auf dem Laufenden ist wenn neue Ergänzungen erhältlich sind. Auch das Update des Programmes selbst kann hiermit durchgeführt werden.
Unterhalb der Bühne befindet sich eine Zeitleiste, in der man der man den zeitlichen Ablauf der Emitter einstellen kann. Mithilfe von Linien im Zeitstrahl lassen sich so die Parameter für Grösse, Intensität oder anderen Faktoren bestimmter Emitter manipulieren. Verändert man zum Beispiel die Grösse eines Emitters über die Länge der Animation kann man eine scheinbare dreidimensionale Bewegung simulieren. Durch geschicktes Setzen von Keyframes kann man "Flackereffekte" erzielen oder Emitter ausblenden. Quasi jeder Parameter ist über die Zeitleiste mithilfe von Keyframes animierbar.
Am linken Bildrand befindet sich die Liste der eingesetzten Emitter. Klappt man die Baumstruktur eines Emitters aus, erhält man Zugriff auf alle Elemente, die das Aussehen des Effektes bestimmen. Hier lassen sich nun die Parameter wahlweise über ein separates Fenster oder die zugehörige Linie in der Zeitleiste des Effektes einstellen. Natürlich kann man mehrere Emitter auf der Bühne platzieren, die entweder nacheinander oder gleichzeitig ablaufen, je nachdem, an welcher Stelle der Zeitleiste man den Emitter auf die Bühne gezogen hat. Über ein kleines Fenster am linken Bildrand bestimmt man ausserdem, ob die Emitter auf derselben Ebene arbeiten oder ob sie in verschiedenen Layern angeordnet werden sollen.
Dies hat den Vorteil, dass eine Ebene die nächste maskieren kann. Man stelle sich als Emitter Firmenlogos oder Wörter vor, durch die ein Flimmereffekt hindurchscheinen soll. Damit sind hervorragende Titeleffekte möglich. Je nach Einstellung der Maske können die Effekte innerhalb der Ebene oder ausserhalb wirken. Stellen Sie sich den Transportereffekt aus "Raumschiff Enterprise" vor, bei dem die Körperform der Schauspieler vom Transportereffekt überlagert wird. Andersherum könnte man damit auch Objekte oder Menschen scheinbar zum brennen bringen. All diese Effekte sind durch die geschickte Verwendungen von Masken und den richtigen Einstellungen der Emitter möglich.
Die Zahl der mitgelieferten, beziehungsweise downloadbaren Emitter is beeindruckend. Von Feuerwerken über Rauchbomben bis hin zu Titeleffekten wird vieles mitgeliefert. Sogar Superemitter sind möglich. Das sind Emitter, die ihrerseits wieder neue Emitter produzieren. Eine Explosion, bei der die einzelnen Feuerzungen wieder neue Explosionen erzeugen, ermöglichen wirklich gigantische visuelle Effekte.
Normalerweise beginnt das Leben eines Emitters als ein zentraler Punkt. Doch es gibt auch sogenannte Flächenemitter. Ein solcher Emitter erzeugt innerhalb eines Rahmens, dessen Grösse man auf der Bühne selbst bestimmen kann, eine grosse Anzahl von Objekten. Besonders für bewegte Hintergründe für Titel sind solche Partikel sehr gut geeignet.
Doch nicht immer muss ein Emitter nur einen reinen Farbeffekt produzieren. Es ist es zum Beispiel möglich mithilfe eines Flächenemitters ein Hintergrundbild zu filtern. So lassen sich Wassereffekte erzielen, oder Hitzeflimmern, oder aber auch nur grafische Effekte realisieren.
Was das Arbeiten mit "Particleillusion" so angenehm macht ist die Tatsache, dass alle Effekte in Echtzeit zur Verfügung stehen. Man besitzt einerseits das Vorschaufenster, in dem man mit dem aktuell ausgewählten Emitter herumfahren kann um die Eigenschaften zu erkunden. Andererseits braucht man einen Emitter nur auf der Bühne zu platzieren und den Abspielknopf zu drücken und schon sieht man die spätere Animation in Echtzeit und kann sämtliche Anpassungen vornehmen ohne langwierige Vorberechnungen durchführen zu müssen. Dies wäre nötig würde man ein echtes 3D-Programm wie Maya, Cinema4D oder Ähnliches für Partikelanimation einsetzen.
Natürlich ist "Particleillusion" nur ein zweidimensionales Programm. Man kann nicht um die Partikel "herumfahren". 3D-Effekte sind daher nur bedingt möglich. Doch oftmals benötigt man auch keine aufwändige 3D-Animation für bestimmte Effekte.
Es ist beeindruckend wieviel man durch die Kombination von einfachen zweidimensionalen Grafiken bewerkstelligen kann. Jeder Emitter lässt sich durch Keyframes animieren. Meistens ziehen die Emitter dann einen Schweif hinter sich her sodass man so leicht Fluggeschosse und Meteore simulieren kann. Auch Wasserstrahlen lassen sich so realisieren. Wenn das Wasser im Bild auf ein Hindernis stossen soll kann man auch sogenannte "Blocker" auf die Bühne ziehen, die dann die Abstrahlrichtung der Emitter ändern. Auf ähnliche Weise sind Windeffekte zu erzielen. Die Bewegungspfade für die Emitter lassen sich auch durch eine externe Datei steuern. So gibt es beispielsweise ein kostenloses Plugin für Cinema4D (und andere Programme) auf der Website von Wondertouch, das die Position von Lichtquellen auswertet und in eine Bewegungsspur für "Particleillusion" umwandelt. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel brennende, sich bewegende Raumschiffe simulieren bei denen sich der Partikelemitter mitbewegt. Ein Beispiel dazu finden Sie in unserem Lernkurs von Pixelraster.
Mit "Particleillusion" hat die Firma Wondertouch ein wirklich praktisches Programm entwickelt, das auch überall im Fernsehen eingesetzt wird. Ob die Rakete von "Jimmy Neutron" einen Rauchschweif hinter sich herziehen soll oder ob der Zauberstab einer Fee Funken sprühen soll. Überall dort, wo Bilder mit Partikeleffekten überlagert werden sollen, kommt "Particleillusion" zum Einsatz. TV-Serien wie "The Sarah Connor Chronicles", "Startrek - Enterprise", "24", "Smallville", "Navy CIS" nutzen die Software. Oft wird sie zum Beispiel eingesetzt um taktische Displays auf Computermonitoren zu simulieren. In Actionfilmen wie "Final Destination", "Sin City" etc. kommen Partikeleffekte zum Einsatz wenn man Schüsse und Explosionen aufwerten will.
Die Software ist im Webshop von www.wondertouch.com in zwei Ausführungen erhältlich: Eine abgespeckte Version "Particleillusion SE" für $99 sowie die normale Version für $399.
Ausserdem gibt es in unseren eigenen Shop www.pixelraster.de einen deutschsprachigen Videolehrgang zu "Particleillusion" zu kaufen.
Hier ein Demovideo, das wir überwiegend mit "Particleillusion" realisiert haben:

