Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht sein Video professionell vertonen zu können ohne dabei Gema-geschützte Musik verwenden zu müssen? Die Lösung hierzu wäre es selbst eine Filmmusik zu komponieren. Doch nicht jeder ist dazu in der Lage, oder hätte die Zeit dazu. Hier kommt der Magix Music Maker ins Spiel, der gerade in der Version 17 erschienen ist. Hiermit kann auf einfache Weise selber Musik machen.

Magix selbst bezeichnet den Music Maker als das "Original für loopbasierte Musikproduktion". Das Hauptanliegen des Programmes zielt darauf ab es Einsteigern zu ermöglichen professionelle Musik zu erzeugen ohne auch nur eine einzelne Note selbst zu schreiben. In der Praxis läuft das folgendermassen ab:

Zusammen mit der Software erhält der Benutzer eine Bibliothek von kurzen Tonsequenzen, die auf einer Zeitleiste in mehreren Spuren zusammengesetzt werden können. Da hat man Bass-Sequenzen, Drum-Sequenzen, kurze Streicher- oder Percussionloops und schliesslich auch kurze Vocals, die man beliebig auf den Spuren verteilen kann.

Nach dem Baukastensystem entstehen dabei Arrangements, die zusammen ein Musikstück ergeben. Die mitgelieferten Soundloops decken  von Dance bis zu symphonischen Soundtracks die unterschiedlichsten Musikrichtungen ab. Damit kann der Anwender Musikstücke für nahezu jeden Geschmack zusammenstellen.

Soundpool DVDs

In diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, dass man sich am besten gleich die PREMIUM Ausgabe zulegt, die nicht nur das Programm mit weiteren Merkmalen ergänzt sondern auch weitere Soundbibliotheken hinzufügt. Zusätzlich kann man bei Magix auch sogenannte "Soundpool" DVDs erwerben, mit denen man dann weitere Clips erhält. Die DVD "Soundpool 17" ist gerade erschienen.

Will man die Soundpools nutzen kann man dem MAGIX Music Maker 17 auffordern die Dateien in die Datenbank zu übernehmen ohne dass die Gigabytes an Daten auf die Festplatte geschaufelt werden. In diesem Fall fordert das Programm dann die jeweilige DVD an. Hat man aber genug Festplattenspeicher (evtl. auch extern), dann empfiehlt es sich die jeweiligen Verzeichnisse dort abzuspeichern um das lästige DVD-Wechseln zu vermeiden.

Der Easy-Mode

Im "Easy-Mode" sieht der Bildschirm sehr aufgeräumt aus. Die obere Hälfte des Bildschirms zeigt die Zeitleiste mit den einfach beschrifteten Spuren, darüber gibt es nur zwei Menüpunkte, die man auswählen kann "Datei" und "Hilfe". In der Mitte finden wir eine Leiste mit den Bedienelementen, zwei weiteren Menü-Reitern und unten schliesslich die Bibliotheken mit den Soundsamples.

Im "Styles" Fenster werden die angemeldeten Soundpools aufgelistet, gleich daneben, die jeweils zugehörigen Instrumentengruppen. Wird eine dieser Instrumente angewählt erscheint im mittleren Bereich die Auswahl der verfügbaren Loops, die man einfach in ein Spurenfenster ziehen kann.
Beim Arbeiten mit dem Programm sucht man sich also aus den verschiedenen Soundpools die gewünschte Musikrichtung aus, wählt dann die Instrumente und setzt die Loops in die Zeitleiste. Ein grosses Informationsfenster im rechten Bereich sorgt für die entsprechenden Bedienhilfen. Wer also ausschliesslich mit den fertigen Loops arbeiten will kann hier auf einfache Weise seine Arrangements zusammensetzen ohne durch unnötige Menüs und Optionen gestört zu werden.

Der Experten Modus

Wer jedoch mehr möchte wird sicherlich sehr schnell den Button drücken, mit dem man den "Easy-Mode" verlässt. Augenblicklich ändert sich die Bildschirmansicht. Weitere Optionen in den Menüs erscheinen, die Tracks enthalten detailliertere Angaben und Auswahlmöglichkeiten und schliesslich werden auch im unteren Bereich weitere Optionen für die Soundpools eingeblendet.

Der ambitionierte Musiker kann nun Midi-Loops erzeugen und auf erstklassige VST- und Vita Instrumente zurückgreifen. Auch hier profitiert ein PREMIUM-Besitzer eindeutig, denn zusätzlich zu den Vita Soloinstrumenten "Century Keys" und "Vita Saxophonia"  enthält die umfangreichere Version "Vita Jazz Drums" und "Vita Space Pad" sowie 3000 zusätzliche Sound- und Midiloops.

Im "Expertenmodus" kann sich der ambitionierte Musiker richtig "austoben". Dabei stehen ihm Software-Synthesizer wie "Revolta2", "Beatbox2", "Robota", "Livid", "Drum n Bass" und "Atmos" zur Verfügung. Weitere Synthesizer, z.B. aus dem Internet, können einfach hinzugefügt werden.

Für die richtige Abmischung der Spuren sorgt ein Mixer, mit dem man nicht nur die Lautstärken, sondern auch Spureneffekte beliebig hinzumischen kann.  Schliesslich sorgt die "Mastering Suite3" (in der PREMIUM-Version) für den richtigen Sound der Endabmischung.

Ebenfalls im Experten Modus steht der "Song Maker" zur Verfügung. Hat man überhaupt keine Lust selbst die Soundsamples zusammenzusetzen, öffnet sich ein Fenster, in dessen Auswahlmenü man sich die installierten Soundpool-Styles aussuchen kann. Nun wählt man noch die Instrumente und wie der Song aufgebaut sein soll. (Intro, Strophe1, Refrain1 etc.). Drückt man nun den Button "Erzeuge Song" wählt der Song Maker von sich aus per Zufallsprinzip Loops aus der Bibliothek und setzt diese zu neuen Arrangements zusammen. Wenn der erzeugte Song nicht gefällt reicht ein weiterer Knopfdruck aus um eine neue Zusammenstellung zu erzeugen. Auch wenn die eigene Kreativität dabei nicht sonderlich beansprucht wird, so ist dieses Verfahren durchaus geeignet um den Benutzer vorzuführen welches Potential in den Loops für eigene Songs steckt.

Der fertige Song kann in verschieden Formaten gespeichert werden, als Audio-CD gebrannt oder über integrierte Schnittstellen direkt an youTube, mySpace oder Soundcloud übergeben werden. Man trägt hierzu die persönlichen Daten ein, die Software verbindet sich dann automatisch mit den entsprechenden Plattformen um die Songs hochzuladen.

Remixe leichtgemacht

Eine Besonderheit ist auch der Remix-Editor. Man nehme einen beliebigen Song aus dem Radio oder von Audio-CD und wähle den Remix-Agenten. Im Dialog mit dem Anwender versucht die Software nun den Anfang (nach dem Intro) zu finden, das Tempo zu ermitteln und zerlegt danach den Song in taktgenaue, kleine Abschnitte. Der Anwender kann nun durch geschicktes manipulieren Passagen verschieben, wiederholen, verfremden, mit neuen Arrangements versehen. Der "Remix-Agent" nimmt dabei einige zeitraubenden Vorarbeiten ab.

Programmversionen

Magix bietet den MAGIX Music Maker 17 in drei Versionen an. Die einfache Version kostet 59,95 €. Mit ihr lassen sich bereits die meisten Funktionen durchführen, allerdings hat man nur 64 Spuren und im Experten-Modus fehlen einige Vita Synthesizer. Für 99,95 € erhält man dagegen die PREMIUM-Version, die mit 96 Spuren aufwartet, weitere Sounds und Softwaresynthesizer beinhaltet. Interessant sind auch die weiteren Audioeffekte wie "Elastic-Audio", mit dessen Hilfe man unsicheren Sängern wieder zur richtig getroffenen Note verhelfen kann. Mit "Vocoder" werden Stimmen zu Roboterstimmen. Ausserdem lassen sich nun auch Videoaufnahmen hinzufügen. Eine Hilfe, um beispielsweise ein Arrangement punktgenau für das Musik-Video anzupassen.

Wer selbst komponieren möchte und seine Mididateien über ein Keyboard einspielen will, kann zur XXL-Variante von "Music Maker 17" greifen. Für 159,95 €  erhält der ambitionierte Musiker dann noch ein zusätzliches MIDI-Keyboard, das man an den USB-Port des Computers anschliessen kann.

Die Praxis

Soviel zu den Möglichkeiten des Programmes. Doch wie "fühlt" sich die Software an? Wir haben ein paar Songs "arrangiert" und man kann sagen, es macht Spaß. Man sucht sich die Samples aus, fügt sie dank der Snap-Funktion nahtlos zusammen und staunt nicht schlecht, wie aus den einfachen Tonschnipseln ein Gesamtkunstwerk entsteht.

Die Soundpools decken die meisten aktuellen Musikrichtungen ab - Trance, Dance, Rock, Hip-Hop und mehr. In der Premium-Version kann man sogar symphonische Samples zu Filmmusik arrangieren. Natürlich stösst man irgendwann an eine Grenze. Und das ist die Variationsmöglichkeit der Samples. Bei aller Vielfalt ist die Möglichkeit der Kombination der mitgelieferten Samples schnell erschöpft.  Schnell wird der Wunsch nach weiteren Samples wach um weitere Varianten erzeugen zu können. Zum Glück gibt es ja, wie bereits erwähnt, die Soundpool DVDs von Magix.

Der Import weiterer Soundpools ist sehr einfach. Einfach den "hinzufügen" Button im unteren Fenster drücken. Sofern man bereits über eine Soundpool-DVD verfügt kann man diese Dateien importieren (bzw. in die Datenbank einfügen) oder man wechselt in den Onlineshop von Catooh, wo weitere Einzelsounds zum kostenpflichtigen Download bereitstehen. Hier gibt es auch weitere symphonische Vita-Instrumente, die die Klangfülle im Midi-Bereich erweitern. Somit steht einer Erweiterung der Bibliotheken nichts mehr im Wege.

Vita Instrumente

Glücklicherweise kennt der MAGIX Music Maker 17 aber auch noch den Experten-Modus. Dank der grandiosen Vita-Instrumente und des Midi-Editors kann man - Musikkenntnisse vorausgesetzt - auch seine eigenen Melodien und Begleitungen komponieren. Mit den vielfältigen Möglichkeiten, die Instrumente mit den Audioeffekt-Plugins zu manipulieren, kann man seinen eigenen Sound erschaffen. Zahlreiche Filter, Hall- und anderen Effekte stehen hierfür zur Verfügung.

Vergleicht man den enormen Funktionsumfang mit anderen Musik-Programmen so beeindruckt es, dass das Premium-Paket bereits für unter 100 Euro über den Ladentisch geht. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass das Programm sich an musikalische Einsteiger richtet. So fehlt beispielsweise im Midi-Editor eine Ansicht mit richtigen Noten, die man als Musiker vielleicht benötigt. Wer das will greift dann lieber zu "Samplitude Music Studio 17", das sich eher als virtuelles Tonstudio versteht und sich an Bands und professionelle Musiker richtet.

Bei "Music MAKER 17" steht der Spaßfaktor im Vordergrund. Dank der Tonsamples kann man hier einfach seine Songarrangements zusammenstellen. Dabei sind besonders die rhythmischen Soundsamples zu erwähnen, die einen geringeren "Wiedererkenn-Faktor" besitzen und dabei universeller einsetzbar sind als auffällige Hooklines. Trotzdem kann man, in Kombination von Soundloops und eigenen Midi-Melodien, völlig unabhängige Songs kreiren, die dank der vielfältigen Exportmöglichkeiten auch sehr einfach einer grossen Zahl von Zuhörern zugänglich gemacht werden können.

Beispiele und weiterführende Links

Hier einige Soundbeispiele, die wir mit "Magix Music Maker 17" (und einigen Soundpool-DVDs) erstellt haben.


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