Eigentlich wollten wir Ihnen an dieser Stelle das Plugin „Catastrophe“ von Nitroman vorstellen, doch der Entwickler war inzwischen fleissig und hat, auf Basis von „Catastrophe“ und „Thrausi“ ein neues Plugin entwickelt, das zwar ein paar Euro mehr kostet, dafür aber auch umso mehr kann.

Nitroman bezeichnet sein Plugin nicht von ungefähr als sein bisher bestes Werk. Da kann man ihm nur Recht geben. Wenn man bei „Catastrophe“ noch nach einigen Funktionen sucht, wie zum Beispiel eine Undo-Möglichkeit, ist diese nun eingebaut. Hat man also versehentlich Dinge zerlegt, kann man diese mit dem C4D-Undo Button rückgängig machen. Außerdem binden sich die Optionen so mancher Pluginanteile in das normale Eigenschaftsfenster von C4D ein, sodass man die Stellen zum manipulieren von Objekten leichter finden kann. Doch neben diesen Kosmetikveränderungen gibt es auch einige wirklich sinnvollen Verbesserungen, die den optischen Eindruck der späteren Animation verbessern.

Als Beispiel seien hier die „Presets“ genannt. Nehmen wir einmal an, Sie wollen einen Glaswürfel zerbrechen. Bisher war es so, dass die Schnittkanten bereits sichtbar waren bevor das Objekt überhaupt zersplittert wurde. Mit „NitroBlast“ kann man nun ein Preset namens Glas wählen, das dem Objekt nicht nur sofort ein Glasmaterial zuweist, sondern das Objekt auch erst dann optisch zersplittert, wenn es z.B. durch eine Kugel zerstört wird. Im Grunde handelt es sich hierbei also um Materialpresets, zu denen auch Holz, Gestein und Lava gehören. Man kann auch eigene Presets kreieren, speichern und diese später jederzeit wieder aus dem Selektionswerkzeug aufrufen.

Eine schöne Funktion ist auch die Nutzung einer Vertexmap. Cinema4D stellt standardmäßíg eine Vertexmapzeichenfunktion zur Verfügung. Malt man nun auf das Objekt beliebige Muster mit verschiedenen Stärken, dann nutzt NitroBlast diese Informationen um mehr oder weniger große Bruchstücke zu erzeugen. Mithilfe eines FallOff-Reglers kann man dann bestimmen, wie stark dabei die Bruchstücke in die Dynamik einberechnet werden. Man hat also eine direkte Kontrolle über die Form der Zerstörung.

Wanddicke des Bruchvorgangs einstellbar

Eine ebenso coole Funktion ist die Möglichkeit bereits berechnete Bruchstücke zu selektieren und diese ihrerseits durch den „Fracture“-Befehl zu zerkleinern. Das Spiel kann wiederholt durchgeführt werden, sodass man gewissermassen aus großen Felsen, Sand erzeugen kann. Dabei kann im Hauptbildschirm des Pythonprogrammes auch bereits festgelegt werden, ob das Objekt als massiv gilt, oder hohl ist. Mithilfe eines Prozentreglers legen Sie hierbei die Wanddicke fest.
Zu den neuen Funktionen gehören auch Multibreak-Eigenschaften. Dabei ziehen Sie die Objekte, die Sie brechen wollen in eine Liste und weisen ihnen dynamische oder statische Eigenschaften zu. Wenn Sie nun die Simulation starten werden zunächst größere Bruchstücke erzeugt, die dann aber, bei Berührung mit dem Boden nochmals in kleinere Stücke zerplatzen können. Theoretisch kann man dies über mehrere Stufen tun, sodass bei jeder Kollision wieder kleinere Stücke erzeugt werden.

Nitroman hat in das Plugin auch ein Auswahlmenü für die Qualitätsstufen eingeführt. Bisher konnte man das Pech haben, dass es beim Zerbrechen von Objekten unerwünschte Artefakte gab, also Geisterobjekte, die aus der Form des eigentlichen Objektes herausragten. Mit den Menüpunkten „High“ und „Extreme“ lassen sich diese Artefakte nun unterbinden. Zusätzlich steht im nächsten Menübildschirm die Möglichkeit zur Verfügung die Normalen und das Objekt zu backen. Auch dies verhindert unerwünschte „Ausrutscher“ bei manchen Objekten.

Schließlich wurde die bereits in „Catastrophe“ enthaltene Autobreak Funktion verbessert. Auch hier werden einfach die involvierten Objekte in eine Liste gezogen und mit dynamischen oder statischen Eigenschaften versehen. Wenn nun ein dynamisches Objekt auf ein statisches trifft – durch Keyframeanimation oder andere Bewegungen – dann bricht das Plugin die entsprechenden Stellen des Zielobjektes automatisch entsprechend der Form auf.

In den Parametereinstellungen lassen sich hierzu sehr schön Materialeigenschaften manipulieren um das Aufprallverhalten verschiedener Objekte zu steuern. So kann man beispielsweise festlegen, ob das gesamte Zielobjekt geschreddert werden soll, oder nur die Stellen, wo das Objekt aufgeschlagen ist. Wie immer ist auch hier Experimentieren angesagt, die Ergebnisse sind aber sehr überzeugend.

Neben dem Hauptprogramm erhält man beim Erwerb von NitroBlast auch noch ein paar Helfertools, die man in ähnlicher Form schon bei „Thrausi“ gesehen hat. So ist der „Nitroblast Cuts“ in der Lage Objekte mithilfe von anderen Objekten in Stücke zu schneiden. Nehmen wir an, Sie erzeugen eine Ebene mit 10×10 Quadraten. Dann kann der Cutter die Linien als Messer interpretieren. Sie erhalten gewissermaßen ein Käsemesser, mit dem Sie beliebige Objekte in Würfel schneiden können.

Ein zweites Schneidewerkzeug ist der „Nitroblast Splinebreak“. Zeichnen Sie beliebige Splines über Objekten und das Tool wird mithilfe der Splines Bruchlinien erzeugen. Als Beispiel wird immer gerne eine Straße herangezogen, über dessen Länge sich, infolge eines Erdbebens, ein Riss bildet.

Das dritte Helferlein nennt sich „NitroBlast Bomb“ und macht genau das, wonach es aussieht. Platzieren Sie die Bombe innerhalb eines vorgebrochenen Objektes und Sie können mithilfe von Einflussbereich, Stärke und Zeitpunkt bestimmen, wie sich Ihr Objekt zerlegt. Das geschieht in Echtzeit. Sie können also die Bombe platzieren, die Wirkung simulieren und bei Nichtgefallen die Bombe an einer anderen Stelle ablegen. Die Simulation ist wirklich überzeugend und in Kombination mit Pyrocluster werden automatisch Staub- und Explosionswolken generiert.

Wer bisher vorhatte sich das Plugin „Catastrophe“ anzuschaffen, sollte nun lieber zu „NitroBlast“ greifen. Die vereinfachte Benutzung und die zahlreichen, neuen Möglichkeiten machen wirklich Spaß. Wer das Plugin bestellt erhält einen Lizenzschlüssel, das Plugin und die Presets, sowie Zugriff auf ein Verzeichnis auf Nitromans Website, wo derzeit 21 Videos in das Plugin einführen. Da Lazaros Grieche ist, sind seine Ausführungen ein bisschen schwer zu verstehen. Leider gibt es wieder nichts Schriftliches dazu. Trotzdem sind 40 Euro für dieses Mega-Plugin nicht zuviel Geld, in Anbetracht der Dinge, die man damit machen kann.

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