Als der Film „Xanadu“ im Jahre 1980 in die Kinos kam wurde er ein finanzieller Reinfall und die Kritiken waren einvernehmlich schlecht. Trotzdem hatte der Film das Zeug dazu sich auf ewig in die Erinnerungen der Kinogänger einzubrennen, was nicht nur an der süßen Muse Kira, alias Olivia Newton-John lag.

Inhalt

Poster XANADU

Die Geschichte des Films ist relativ schnell erzählt. Ein erfolgloser Coverdesigner namens Sonny (Jeff Beck)  trifft auf einen alternden Musiker (Gene Kelly), dessen Traum es ist einen eigenen Nachtclub aufzumachen. Die beiden beschließen sich zusammenzutun und moderne Popmusik und Jazz zu vereinen. Inspiriert werden sie von einer jungen Dame namens Kira, die sich als griechische Muse entpuppt und ab und zu auf die Erde kommt um Künstler zu unterstützen. Am Ende muss Kira zwar wieder in den Götterhimmel, aber eine Angestellte des Klubs hat eine seltsame Ähnlichkeit mit ihr…

Die romantische Komödie vereint Swing- und Rockmusik. John Farrar lieferte die klassischen Elemente während das Electric Light Orchestra die modernen Töne beisteuerte. Noch heute ist der Titelsong, dargeboten von Olivia Newton-John, ein gern gespielter Song und wurde mehrfach gecovert. Zuletzt von Sarah Blasko. Das Album war damals erfolgreicher als der Film und erhielt  mehrfach Platin. Aufgrund der Verkaufszahlen des Albums kam es sogar noch zu einer Bühnenproduktion am Broadway und einer erfolgreichen Tournee zwischen 2007 und 2008.

Herkunft

Der Name „Xanadu“ kann auf ein Gedicht von Samuel Taylor Coleridge zurückgeführt werden, in dem der Sommersitz des mongolischen Eroberers Kublai Khans beschrieben wird. Dieser Palast gilt als symbolisch für protzigen Reichtum und Wohlstand und befand sich tatsächlich etwa 275 Kilometer nördlich von Peking bis er von den Chinesen zerstört wurde. Auch Charles Foster Kane nannte in dem Film „Citizen Kane“ seine Villa „Xanadu“.

In Xanadu schuf Kubla Khan

Ein prunkvolles Vergnügungsschloss.

Wo Alph, der heil’ge Strom, durchfloss,

die tiefen Höhlen, unendlich groß,

hinab zum dunklen Ozean.

Visuelle Effekte

Olivia Newton-John steigt aus dem Gemälde

Auffällig an dem Film aus dem Jahr 1980 sind die vielen visuellen Effekte. Neben jalousieartigen Überblendungen kamen auch viele Neoneffekte zum Einsatz. Konturen von Gebäuden wurden mit Neoneffekten verstärkt, animierte Leuchtpunkte wirbelten über die Leinwand und auch der kurze Ausflug in die Götterwelt wurde mit glühenden Leuchteffekten ausgestattet, sodass man eher den Eindruck hatte, sich in einer Disco zu befinden. In dem Film „TRON“ von 1982 kamen diese Effekte auch wieder zum Einsatz, sodass man fast den Eindruck gewinnen könnte, Xanadu sei der Wegbereiter für TRON gewesen.

Tatsächlich waren zu Anfang der achtziger Jahre Computeranimationen so gut wie unerschwinglich. Sämtliche Glüheffekte wurden in einer Art Zeichentrickverfahren aufgenommen. Zu jedem Einzelbild wurden Grafikelemente per Hand gezeichnet und mit einer computergesteuerten Trickfilmkamera aufgenommen. Anders als bei normalen Zeichentricksfilmen wurden die Folien im Durchlichtverfahren beleuchtet, da es meistens nur darum ging die Konturen der Schauspieler oder Bildelemente mit einem Lichtkranz zu umgeben.

Pan-Pacific Auditorium mit Visual Effects (Bild von Wikipedia)

Dank der beweglichen Kamera konnten diese Lichteffekte dann auch mit Zoomeffekten versehen werden. Außerdem ergab sich durch dieses Verfahren ein wunderbarer Glüheffekt. In der Werbung und in Kinofilmen wurden Neon-Effekte gerne eingesetzt um einen fantastischen, utopischen Look zu erzeugen. So wurde aus dem Art-Deco Gebäude des Pan-Pacific Auditoriums, in dem früher Boxkämpfe ausgetragen wurden, eine futuristische Roller-Disco.

Verantwortlich für die visuellen Effekte war die Firma R.Greenberg Associates, die auf ähnliche Weise bereits den animierten Vorspann zum Film „Superman“ erzeugt hatte. Die Firma „R/GA“ existiert auch heute noch und entwickelt Websites und Werbespots.

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Produktionsbedingungen

Von der Muse geküsst

Es ist erstaunlich, welche Mengen an Effekten in dem Film enthalten sind, da der Film unter erschwerten Bedingungen entstand. Olivia Newton-John beschwerte sich in Interviews, dass bei Drehbeginn noch kein fertiges Drehbuch vorlag und die einzelnen Szenen quasi in der Nacht vor den Aufnahmen geschrieben worden waren. Auch Gene Kelly, für den XANADU sein letzter Film sein sollte, fühlte sich unwohl, wie „heutzutage“ Filme gedreht werden. Die Crew stand unter einem erheblichen Druck, da der  Starttermin für den Film auch noch vorverlegt wurde. Glücklicherweise waren die musikalischen Nummern bereits vorher festgelegt worden. So konnte auch Trickfilmzeichner Don Bluth, der mit „Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh“ bereits Erfolge feierte, ein Segment abliefern, in dem „Sonny“ und „Kira“ als Zeichentrickfiguren auftraten.

Trotz der negativen Kritiken konnte sich Xanadu auf Grund der Musik einen Kultstatus erarbeiten. Der Film litt darunter, dass die Discowelle gerade abebbte und der Film daher etwas zu spät auf den Markt kam. Man versuchte es wettzumachen, indem man die gerade entstehende Disco-Roller Szene einbezog. Olivia Newton-John hatte eine Rolle in einem anderen, ähnlichen Film abgelehnt, da sie in Xanadu die Gelegenheit hatte als Einzelkünstlerin aufzutreten.

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Fortsetzung?

Interessanterweise ließ Sony Pictures Chef Michael Lynton im Herbst 2010 durchblicken, dass das Studio an einer Fortsetzung oder einem Remake von Xanadu interessiert sei.

Die stellvertretende Vorsitzende von Sony Pictures, Valerie Van Galder, sagte später:

Trotz des wenig zufriedenstellenden Releases hat sich der Film inzwischen einen Kultstatus erarbeitet. Kombiniert man dies mit den visuellen Möglichkeiten, die wir heute haben, haben wir die Chance auf ein potentiell lukratives Franchise. Wir haben bereits einige Konzepte gesichtet und glauben, dass wir daraus ein starkes Drehbuch machen können.

 

Videos von der Broadwayproduktion

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[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=VtAHHU7boJQ[/youtube]

 

Quellen:

 

http://donosdump.com/xanadu.html

Internet Wikipedia und www.xanadumovie.com

„Stan Lee presents: Marvel Super Special Magazine: Xanadu – The illustrated Story“

 

 

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